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Filmkritik zu Star Wars: Die letzten Jedi - Ist Episode VIII das neue Empire?

Star Wars: Die letzten Jedi läuft von Mittwoch auf Donnerstag in diversen Mitternachtspremieren deutschlandweit an. Ich durfte auf Einladung von Disney die achte Star Wars Episode bereits vorab sichten und berichte Euch meine spoilerfreie Meinung.
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von (Darth Sonic)

Das J.J. Abrams das Ruder für den vor zwei Jahren erschienenen Star Wars: Das Erwachen der Macht übernahm, kam nicht überall gut an. Dennoch schaffte er es einen Film zu veröffentlichen, der einen Großteil der Star Wars Fan zufriedenstellen und neue Fans gewinnen konnte, auch wenn es massive Kritik gab, dass der Film mehr Plagiat denn Hommage an die Klassische Trilogie sei und zu viele Story Elemente nur sehr lose mit den bisherigen Filmen der Saga verküpft seien (oder gar nicht). Nun wurde der Regie-Stab an Rian Johnson weitergegeben, der mit Star Wars: Die letzten Jedi den Mittelakt der neuen Star Wars Trilogie zu stemmen hatte und unweigerlich den Vergleich mit Das Imperium schlägt zurück hinnehmen muss.

Der mit 152 Minuten Laufzeit bisher längste Film der Star Wars Reihe, beginnt "bombastisch" (wortwörtlich!). Der Widerstand muss sich gegen die Flotte der Ersten Ordnung zur Wehr setzen, welche die Basis der Rebellen aufgespürt haben. Zeitlich spielt dies parallel zur Ankunft von Rey auf Ahch-To bzw. dem ersten Treffen von Rey und Luke Skywalker. Direkt in diesen ersten Minuten bekommt der Kinozuschauer einen brachialen Sound zu spüren, der die Kinosessel mit markerschütternden Bässen in die Kinosessel presst. Der Sound kann den ganzen Film über diese hohe Qualität halten und wird nur in einer Szene auffällig zurückgefahren (dafür ist diese Szene im späteren Film umso beeindruckender). Das gleiche darf man über den Star Wars typischen Soundtrack sagen, der abermals von John Williams beigetragen wurde.

Nach dem aufregenden und optisch eindrucksvollen Auftakt folgen mehrere parallele Story-Stränge die letztlich bis zum Finale zusammengeführt werden. So muss Rey Luke davon überzeuge dem Widerstand beizustehen oder sie zumindest in den Lehren der Jedi zu unterweisen, Finn und die (sehr sympathische) Rebellin Rose machen sich auf die Suche nach einer unbekannten Person und Leia sowie Poe und der Rest des Widerstand erwehren sich der Ersten Ordnung. Gemeinsames Ziel ist es die Erste Ordnung zu stoppen und der Auslöschung des Widerstand zu entgehen. Auch wenn dieser Teil des Films viele bemerkenswerte oder erinnerungswürdige Momente bietet, so schleppt sich der Film hier doch deutlich unaufgeregt vorwärts und die Story plätschert ein wenig daher. Insbesondere Finns Geschichte mag zwar logisch erscheinen, aber nicht so ganz in den Film passen, sie wirkt eher aufgesetzt und unnötig, ja fasst schon gewollt. Immerhin knüpft sie aber optisch an die Prequel Trilogie an und schafft darüber eine Verknüpfung. Hier wäre für den mittleren Abschnitt des Films aber weniger sicher mehr gewesen. Einzig die vielen kleinen lustigen Szenen oder Einlagen lockern das Geschehen etwas auf, wobei hier ebenfalls weniger mehr gewesen wäre: Der Film macht doch teilweise eine Gratwanderung am Rande des Klamauks.

Hat man den Mittelteil hinter sich gebracht beginnt das entschädigende Finale nach ungefähr 2/3 der Laufzeit. Natürlich kommt es hier zum Zusammentreffen der Hellen mit der Dunklen Seite, natürlich stehen sich Widerstand und Erste Ordnung in einem möglicherweise finalen Schlag der Ersten Ordnung gegenüber, in welchem sich die Frage stellt ob es noch ein "Fünkchen Hoffnung" gibt und was aus den Lehren der Jedi wird. Das alles erinnert dann doch wieder in Teilen an Das Imperium schlägt zurück bzw. die Klassische Trilogie. Die Parallelen sind unverkennbar, wenn auch mit neuen Ideen und optischen Reizen gewürzt. So ganz kann sich der Film von seinen Vorbildern leider nicht lösen. Was in Das Erwachen der Macht funktionierte, funktioniert hier glücklicherweise jedoch auch, da niemals zu viel "kopiert" wird und die Anleihen teils weniger offensichtlich daherkommen bzw. die Reihenfolge der Abhandlung angepasst wurde.

"Aha-Erlebnisse" sollte man aber nicht wirklich erwarten, die eine oder andere (kleinere) Wendung ist aber dennoch vorhanden. Die Autoren spielen hier gekonnt mit der Erwartungshaltung des Zuschauers an die einzelnen Charaktere und dessen was die Trailer (angeblich) bereits erahnen ließen. Leider werden nicht alle offenen Fragen aus Episode VII geklärt oder zufriedenstellend geklärt und die Verbindung zur Klassischen Trilogie wird nicht weiter vertieft. Das größte Manko des Film ist, dass Charaktere mit viel Potential einfach verschenkt werden und dies augenscheinlich nun auch endgültig. Das ist mehr als schade, denn wenn man sich den Mittelteil des Films und die Laufzeit anschaut, so wäre sicherlich Raum gewesen noch dem einen oder anderen Charakter mehr Tiefe und eine einleuchtende Herkunft zu verleihen sowie die eine oder andere offene Frage zu klären oder auch ausführlicher zu klären. Das mag nicht jedem Star Wars Fan gefallen, insbesonderen denen die sich an den vielen Spekulationen im Internet beteiligt haben, dem neutralen Zuschauer dürfte es vermutlich weniger negativ auffallen. Das Autorenteam hat hier sicherlich auch vor dem Problem gesessen, dass die Story von Das Erwachen der Macht viele Fragen aufgeworfen hat, die sie nun auf einem weißen Blatt Papier lösen mussten. Vielleicht war es zuviel was Episode VII eingeführt hat um alles einbringen zu können. Vielleicht gibt es für einige Fragen und Charaktere aber auch noch zufriedenstellende Lösungen und überraschende Wendungen in Episode IX. Die Zeit wird es zeigen. Ich vermute aber das dies nicht passieren wird. Überhaupt ist fraglich in wie weit Episode IX noch überraschen kann mit dem was Episode VII und VIII nun als Erbe überlassen haben. Die Ausgangslage dürfte noch schwieriger sein für Autor und Regiesseur als ohnehin schon bei Die letzten Jedi.

Schauspielerisch muss man wohl ganz klar Mark Hamill hervorheben, dessen Luke Skywalker die größte Präsenz auf die Leinwand bringt. Carrie Fisher als Leia bekommt eine der emotionalsten Szenen des Films zugesprochen und liefert in ihrer - leider letzten - Performance eine hervorragende Leistung ab. Benicio del Toro und Laura Dern haben vergleichsweise kleine, wenn auch nicht unwichtige Rollen, welche jedoch perfekt von den beiden verkörpert werden. Die restlichen Hauptdarsteller um John Boyega und Oscar Isaac machen ebenfalls einen guten Job, werden aber von den erfahrenen Darstellern deutlich in den Schatten gestellt. Und Daisy Ridley als Rey hat mich persönlich etwas enttäuscht. Oftmals wirken ihre Dialoge (in der Originalfassung) wenig natürlich und ihr Schauspiel mutet etwas steif an und ihre Mimik scheint doch sehr begrenzt. Adam Driver als Kylo Ren weiß dagegen erneut zu überzeugen obwohl es hier sicherlich wieder viele anderslautende Meinungen geben wird.

Fazit:

Star Wars: Die letzten Jedi kann meine persönlichen Erwartungen weitestgehend erfüllen, ist aber - trotz oder wegen diverser Anleihen - kein neues Das Imperium schlägt zurück. Es fehlt das große "Aha-Erlebnis" ("Luke. Ich bin Dein Vater!") und der Film ist weniger dunkel als sein Vorbild. Dennoch weiß der Film zumindest gegen Ende zu unterhalten und macht optisch und Sound-technisch sehr viel her. Besonders stark schlägt sich der Film in den vielen kleinen Momenten. Er bietet überwältigende Aufnahmen und Szenen die man in Star Wars so noch nicht sehen durfte. Als Gesamtpaket ist er nicht frei von Längen, reiht sich dennoch hinter Das Imperium schlägt zurück und Eine neue Hoffnung in die Top 3 der Star Wars Saga ein. Wobei das aufgrund der mäßigen Preuqel Trilogie und dem eher kindischen kindgerechten Rückkehr der Jedi-Ritter nicht all zu schwer war.

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