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Meine Kritik zu Star Wars: Das Erwachen der Macht (mit und ohne Spoiler)

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von (Darth Sonic)

Star Wars: Das Erwachen der Macht, Kinostart: 17. Dezember

Heute vormittag, 10 Uhr. Pressevorstellung der neuen Star Wars Episode VII im Cinestar Metropolis Frankfurt am Main. Die Stimmung ist gelöst, aber die Anwesenden sind doch irgendwie aufgeregt. Nicht alle sind Star Wars Fans, viele der rund 50 anwesenden Personen sind berufswegen Journalisten und nicht wie ich Star Wars Blogger aus Leidenschaft. Der Film verzögert sich etwas. Der Verkehr rund um und in Frankfurt ist heute einfach höllisch. Ich habe es bereits gerade so zum vereinbarten Termin geschafft, viele kommen später.

Der Film beginnt ganz klassisch mit der Star Wars Fanfare, dem Star Wars Logo und dem altbekannten Lauftext, der sogleich klar macht, Star Wars: Das Erwachen der Macht ist die siebte Episode, auch wenn Episode VII in der Vermarktungsstrategie keinen Platz gefunden hat. Der Lauftext bringt knapp die neue Ordnung in der Galaxie auf den Punkt. Das Imperium ist nicht mehr, statt dessen gibt es die Erste Ordnung, welche zum finalen Schlag gegen den Widerstand ausholen möchte. General Leia Organa und ihre Verbündeten sind indessen auf der Suche nach dem verschollenen Luke Skywalker, letzter der Jedi und bekanntlich Bruder von Leia. Die Suche könnte ein Ende erfahren, denn es wurde ein Gegenstand gefunden, der auf den Aufenthaltsort Lukes schließen könnte. Das alles spielt rund 30 Jahre nach Rückkehr der Jedi-Ritter.

Nach diesem Intro fühlen wir uns direkt heimisch: Sterne im Hintergrund, ein Schwenk nach unten, wir sehen den Planete Jakku. Im nächsten Moment schwebt ein riesiger Kreuzer durch das Bild und macht gleich zu Anfang klar, in diesem Film ist vieles etwas größer. Im Anschluss dreht sich das erste Drittel des Films um die neuen Hauptcharaktere Finn, einem abtrünnigen Sturmtruppler, Poe Dameron, dem besten Piloten des Widerstandes und Rey, einer Schrottsammlerin die auf Jakku von Ihrer Familie zurückgelassen wurde und sehsüchtig, aber auch hoffnungsvoll auf die Rückkehr Ihrer Familie wartet.

 
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Die drei neuen Charaktere werden nur knapp bis gar nicht vorgestellt und einfach in die Handlung geworfen. Das ist aber gar nicht schlimm, der Zuschauer bekommt dennoch direkt eine Bindung zu ihnen. Und auch dieses filmische Merkmal wurde aus der klassischen Trilogie übernommen. Luke, Obi-Wan und Leia wurden in Episode IV auch ohne auschweifende Hintergrundgeschichte dem Zuschauer vorgestellt. Regiesseur J.J. Abrams kopiert hier den Stil von George Lucas, wobei daran auch Co-Drehbuchautor Lawrence Kasdan seinen Anteil haben dürfte, da Abrams jüngst in einem Interview verriet, er habe immer sehr viel zu den Figuren und Gegebnheiten erläutern wollen, doch Kasdan habe ihn gemaßregelt und gesagt, lass es sein und überlass das den Zuschauern. Es funktioniert und es baut eine Spannung auf mehr erfahren zu wollen, ohne jedoch das Gefühl zu habe zu wenig zu wissen.

Gleich zu Beginn fühlt sich aber alles nach Star Wars an. Die Charaktere wirken frisch, aber dennoch passend, die Kulissen und Umgebungen sind ganz eindeutig Star-Wars-like. Man sieht die abgestürzten Sternenzerstörer, einen AT-AT, der Rey als Wohnung dient und viele skurile Aliens. Und dennoch ist der Film auch für Neueinsteiger sehenswert. Die früheren Geschichten sind zur Zeit der neuen Erzählung Mythen und Legenden und im Verlauf des Films bekommen Finn und Rey einen Eindruck davon, dass das Alles echt war und es werden ein paar kleine Erläuterungen gegeben zur Macht und zu einigen Charakteren. Wobei der Neueinsteiger sich auch überfordert fühlen könnte von der schieren Anzahl an Charakteren und Ereignissen die es im neuen Film aufzuarbeiten gilt. So zumindest der Tenor einer kleinen Schar Journalisten um mich herum.

Im Verlaufe des Films bekommen Finn, Poe und Rey Gesellschaft insbesondere von Han Solo und Chewbacca die den mittleren Teil des Films fast schon dominieren. Zumindest ersterer. Es geht um das Schicksal von Han (und Leia). Da ich darüber nicht zu viel verraten möchte hier ein weiterer Spoiler für diejenigen, die unbedingt mehr wissen möchten:

 
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Der mittlere Teil des Films bietet dann auch grandiose Action, mit X-Wings, Tie-Fightern, Widerständlern und Truppen der Ersten Ordnung. Es ist alles ein bisschen mehr und ein bisschen größer als in den bisherigen Episoden, aber niemals übertrieben. Und ein erster Lichtschwertkampf macht klar, dass die Kämpfe weniger präzise durchchoreografiert sind und viel brachialer und brutaler daherkommen als bislang gesehen, dadurch aber durchaus "natürlicher" bzw. "echter" wirken.

Eine bemerkenswerte Szene, sowohl filmisch auch als schauspielerisch empfand ich eine erste intensive Auseinandersetzung von Rey mit Kylo Ren. Psychischer Natur, nicht physischer. Diese Szene hatte eine Intensität und Spannung, die einen neuen Aspekt im Star Wars Universum darstellt. 

 
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Kurz nach dieser Szene konnte man auch Daniel Craig bewundern in einer durchaus wichtigen Rolle. Erkennen konnte man ihn aber lediglich an seiner Stimme ;-) Überhaupt sind so viele bekannte Darsteller und Charaktere verbaut in dem Film und alle haben zwar nur kurze aber durchaus wichtige Aufritte: Max von Sydow, Greg Grunberg, Billy Lourd, Nien Nunb, General Ackbar, um nur einige zu nennen.

Und wenn wir schon bei bekannten Charakteren sind: Die Rollen der beliebten Droiden C-3PO und R2-D2 sind überschaubar aber erwartungsgemäß, wobei R2 ein doch sehr wichtiger Auftritt vorbehalten ist. Der neue Sidekick ist BB-8, den man in zahlreichen Trailern und Auftritten bereits gesehen hat und er ist absolut liebenswert. Eigentlich ist er eine moderne Kopie von R2-D2, aber das macht nichts, im Gegenteil.

Und sehen wir eigentlich Luke Skywalker in Episode VII?

 
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Das letzte Drittel des Films soll ein Geheimnis bleiben. Hier passiert einiges unerwartetes, aber auch vieles Altbekanntes. Wer die Zerstörung der beiden Todessterne kennt, der weiß was ihn erwartet. Ganz in der Tradition von Star Wars sagen die einen, etwas einfallslos mögen die anderen sagen. Ein Urteil soll sich jeder selbst fällen. Meine Meinung zum Showdown steht irgendwo dazwischen. Das letzte Drittel sprüht aber nochmals von Referenzen auf die klassische Trilogie, wie dem Vater-Sohn-Konflikt, dem Todesstern, dem Trench-Run, dem Jedi der zur Macht findet und dem Bösewicht der seine Rolle klarstellt.

Apropos Bösewicht. Leider ist die im Vorfeld so groß vermarktete Rolle von Captain Phasma im Film vollends verpufft. Es waren einfach zu viele starke Charaktere auf der Seite der Ersten Ordnung als das diese alle eine größere Rolle bekommen konnten: Kylo Ren, General Hux, Supreme Leader Snoke und Captain Phasma waren dann doch eine(r) zu viel des Guten bzw. Bösen. Das ist einer der wenigen Kritikpunkte des Films. Manchmal war es dann doch etwas zu viel.

Bleibt nur noch zu verraten, dass das Ende des Films völlig offen ist, was aber wohl nicht überrascht bei zwei weiteren Episoden die da noch kommen werden. Die Schicksale der einzelnen Charaktere sind noch offen, auch die Herkunft derselben gilt es noch aufzudecken. Der Kampf Jedi gegen Sith hat nicht mal richtig begonnen. Jede Menge Stoff für die kommenden Teile. Dann aber nicht mehr in den Händen von J.J. Abrams. Dieser hat einen wahrlich guten Job gemacht mit dem Film. Die Unkenrufe und die Skepsis ihm gegenüber, insbesondere nach Star Trek Into Darkness, erweisen sich in meinen Augen als unbegründet. Mit Rian Johnson und Colin Trevorrow stehen nun zwei weitere aufstrebende Jung-Regisseure in der Verantwortung aus dem vielversprechenden Start der neuen Star Wars Trilogie ein unvergessliches filmisches Werk zu machen. Der Grundstein ist gelegt.

 

Meine (neue) persönliche Rangliste der Star Wars Episoden:

1. Eine neue Hoffnung / Das Imperium schlägt zurück

2. Das Erwachen der Macht

3. Rückkehr der Jedi-Ritter

4.  Die Prequel-Trilogie

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