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Meine Wohnung ist eine Star Wars-freie Zone

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von (Captain Ardiff)

Natürlich ist die Zeit der großen Interviews gekommen und was liegt es da näher den Blick auf den Mann zu richten der in allen 6 Filmen mitspielte. Genau die Rede ist von Anthony Daniels der C3PO in allen Filmen spielte und auch den letzten Satz in Episode III sprechen wird!

Daniels: "C-3PO fände ´Star Wars´ beängstigend"

Seine Wohnung sei eine "Star Wars"-freie Zone, sagt der britische Schauspieler Anthony Daniels, der seit der ersten Episode 1977 für George Lucas in das Kostüm des goldenen Roboters C-3PO gestiegen ist. Zu Beginn der "Star Wars"-Hysterie wurde der Darsteller allerdings bewusst vor der Öffentlichkeit versteckt, um den Mythos nicht zu gefährdenn.

Mittlerweile darf Daniels über sein Leben als Mensch und Ikone sprechen. Und er ist stolz darauf, dass er als Darsteller bei allen sechs Episode mit von der Partie ist - und sogar das letzte Wort hat. Mit dem Schauspieler, der seinen Roboter-Kopf zum Interview mitbrachte, unterhielt sich unser Mitarbeiter Dieter Oßwald.

Frage: Tragen Sie den C-3PO-Anzug manchmal auch zu Hause?

Daniels: Nein, in meiner Wohnung habe ich absolut nichts von "Star Wars". Ich habe einige Dinge im Keller. Aber "Star Wars" gehört nicht zu meinem Lebensstil. Zum letzten Mal trug ich das Kostüm kürzlich für eine Werbeveranstaltung für M&M auf dem Times Square in New York. Davor drehten wir einen Werbespot für eine Telefongesellschaft sowie für drei Programme des Discovery Channel und das Boston Science Museum. Es geht immer weiter....

Frage: Passen Sie nach so vielen Jahren noch in das alte Kostüm?

Daniels: Ich muss natürlich auf meine Figur achten, was gar nicht immer einfach ist. Wer kann im Flugzeug schon Nein sagen, wenn man kostenlos Champagner bekommt?

Frage: Wie lange dauert es, das Kostüm anzulegen?

Daniels: In den ersten Drehtagen im Jahr 1976 waren noch zwei Stunden und sechs Helfer nötig, bis ich komplett im Kostüm steckte - und trotzdem hat es nicht richtig gepasst. Inzwischen brauche ich nur noch fünf Minuten und eine Person dazu. Es ist also sehr viel einfacher als damals, allerdings ist es noch immer das gleiche Kostüm.

Frage: Wie fühlt man sich als Kino-Ikone?

Daniels: Es ist schon seltsam, selbst bei den Dreharbeiten will jeder vom Team ein Foto mit C-3PO, weil es jeden an seine Kindheit erinnert - und plötzlich steht dieser C-3PO leibhaftig vor einem. Aber "er" ist die Ikone, nicht ich!

Frage: Und wie fühlt "er" sich bei diesem Rummel?

Daniels: "Er" findet das ziemlich verwirrend. Schließlich ist "er" sehr bescheiden. Allerdings haben wir uns noch nie richtig über dieses Thema unterhalten. Ich glaube "er" ist ziemlich stolz. Aber "er" versteht das alles nicht so richtig. Kino ist eine unbekannte Kategorie für ihn. "Er" würde es kaum amüsant finden, "Star Wars" anschauen - das wäre viel zu beängstigend für ihn.

Frage: Der Roboter ist eine Ikone, Ihr Gesicht kennt kaum jemand....

Daniels: Wenn Sie unsere beiden Gesichter vergleichen, dürfte es kaum verwundern, dass er die Ikone ist und nicht ich - er sieht einfach besser aus [lacht]. Ich kenne genügend berühmte Menschen, um zu wissen, wie schwierig es ist, kein Privatleben mehr zu haben. Ich bin ein ruhiger Typ und finde es überaus angenehm, mein ganz privates Leben zu haben. Ich werde zwar überraschend oft erkannt, aber nur so häufig, dass es noch amüsant für mich ist.

Frage: Hatten Sie nie das Buzz-Aldrin-Gefühl: Man war zwar auf dem Mond, aber keiner weiß so richtig, wer man ist?

Daniels: Ich würde es nicht unbedingt als Buzz-Aldrin-Syndrom bezeichnen, aber ein bisschen fühlte ich mich damals schon ausgeschlossen von dem ganzen Rummel, weil der Verleih den Mythos des Roboters nicht preisgeben wollte: Alle redeten über C-3PO, aber keiner über mich. Aber jetzt, so viele Jahre später, sitze ich hier und erzähle über mich. Ich bin stolz, dass ich als der einzige Schauspieler in allen sechs Folgen dabei war. Zudem hatte ich den ersten Dialog in der ersten Folge - und nun den letzten Dialog in der letzten Folge. Diese Szene spielt übrigens in der gleichen Kulisse!

Frage: Was ist das verrückteste Merchandising, das Sie von C-3PO bisher gesehen haben?

Daniels: Es gibt eine gelbe Seife in seiner Gestalt. Wie jede Seife, verändert natürlich auch diese bei der Benutzung ihre Form. Und plötzlich hat man dieses sehr seltsame gelbe Etwas in seinem Badezimmer...

Frage: ...das vielleicht an den Oscar erinnert?

Daniels: Stellen Sie sich den Oscar ohne Gesicht und Hände vor, dann haben Sie in etwa die Form [lacht]. Der zweite merkwürdige Artikel ist ein Klebeband-Abroller aus Keramik, bei dem C-3PO auf dem Rücken liegt und die Rolle mit Klebeband zwischen seinen Knien aufgehängt ist. Das ist so geschmacklos, dass es fast schon wieder gut ist. Eine Zeitlang hatte ich das Ding auf meinem Schreibtisch stehen, aber irgendwann musste ich es einfach wegschließen.

Frage: Wird es nicht langweilig, 30 Jahre lang immer über diese eine Rolle zu sprechen? Was war denn bisher die dümmste aller Fragen?

Daniels: Ich rede ja nicht ständig darüber, sondern in längeren Abständen. Natürlich kommt immer die Frage, ob es nicht heiß in diesem Kostüm wäre oder wie man damit zum Pinkeln geht. Zu den dümmsten Fragen gehört sicherlich: "Wie kommen Sie überhaupt in diesen kleinen Roboter rein, Sie sind doch relativ groß? - Ach, so, Sie spielen den anderen Roboter!"

Frage: Wie würden Sie die Beziehung zwischen R2-D2 und C-3PO beschreiben? Mögen die sich?

Daniels: Die clevere Idee von George Lucas war, dass er die beiden als seltsames Paar konstruiert hat. Er hat C-3PO eine Etikette gegeben, die völlig nutzlos ist in jener Welt, in der er lebt. Zum Glück hat er aber diesen kleinen Typen, der völlig ganz anders ist. Ihre Beziehung ist absolut archetypisch. Es könnten Brüder sein. Ein Ehepaar. Oder zwei Freude in einem Strandhaus, bei denen alles schief geht.

Frage: Was kann man von der letzten Folge erwarten?

Daniels: Diese Folge wird viele Fragen beantworten, die viele Menschen seit 1976 beschäfigen. Das Publikum ist ja in der glücklichen Situation, bereits Dinge zu wissen, die später passieren. Das überraschende Element ist nicht die Story selbst, sondern wie sie sich entfaltet. Was mir besonders gut gefallen hat, ist jene große Kampfszene zwischen Hayden Christensen und Ewan McGreogor, die über 15 Minuten dauert und an verschiedenen Schauplätzen spielt - dafür gab es Beifall von der Crew am Set.

Frage: Nach sechs Folgen "Star Wars" - wann ziehen Sie für sich persönlich den Schlussstrich und begraben Ihr goldenes Ich?

Daniels: Ich bin jetzt 60, vielleicht gibt es eine Zeit, wo ich absolut nichts mehr damit zu tun haben möchte. Wobei ich auch schon Zeiten habe, in denen ich mich zurückziehe. Meine Freundin und ich haben ein Haus mit einem großen Garten in Frankreich - das ist eine absolut "Star Wars"-freie Zone. Anderseits kann ich "ihn" auch nicht so einfach verlassen. Was soll er ohne mich schon tun? [lacht]

Frage: Und was sollten Sie ohne ihn tun? Planen Sie eine Biografie à la "Ich bin nicht Spock" zu schreiben?

Daniels: Ich besuche einmal im Jahr ein Fan-Treffen in England, eines in Europa und mehrere in Amerika. Ich möchte aber nicht den Rest meines Lebens damit verbringen, an jedem Wochenende Autogramme zu schreiben - zumal in Ebay-Zeiten damit viel Schindluder getrieben wird. Auf meiner Homepage gibt es eigens Beispiele von solchen gefälschten Autogrammen. Diese Art von Betrug möchte ich so gut es geht verhindern.

(Deutsche Quelle Interview N24.de)

 

Der Autor dieses Artikels

Bild des Autor Sven Moderow (aka Darth Sonic) ist Star Wars Fan seit seiner Kindheit in den frühen 80ern und beruflich als Web-Entwickler tätig. Zudem ist er der Gründer von darth-sonic.de und seit 1998 als Autor, Designer, Entwickler und Webmaster dieses Blogs tätig.

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